
Die Stadtverwaltung greift dem Markdorfer Unternehmer Albert Weber unter die Arme. Darüber hat der SÜDKURIER unter dem Titel “Stadt hilft Albert Weber” am 23. Dezember wie folgt berichtet:
“Die Stadthilfteinem ihrer Vorzeige-Unternehmer: Sie hat Albert Weberzum 1. November ein Gewerbegrundstück in den Riedwiesen und das Eckhaus in der Marktstraße am Untertor abgekauft. Details wolle er keine nennen, da es sich um eine Privatsache handele, sagt Bürgermeister Bernd Gerber.
Markdorf - Die Entscheidung über den Ankauf der Gewerbefläche und des Hauses sei nichtöffentlich im Gemeinderat gefällt worden, einstimmig, wie Gerber betont. Der Verkauf des Hauses war jüngst öffentlich geworden, nachdem zwei Stadträte die nichtöffentliche Angelegenheit nach außen getragen hatten. Sowohl die Gewerbefläche in den Riedwiesen als auch das Haus habe die Stadtgekauft, “weil wir der Überzeugung sind, dass es richtig ist”, sagte Gerber. Mit einer finanziellen Hilfe für Weber, dessen Unternehmen im Zuge der Automobilkrise mit Auftragseinbrüchen zu kämpfen hat, habe die Entscheidung unmittelbar nichts zu tun gehabt. Nach SÜDKURIER-Informationen musste Weberbereits seine Leiharbeiter entlassen. Ob im Zuge der Krise auch personelle Maßnahmen bei der Stammbelegschaft geplant sind, ist derzeit noch nicht bekannt.
“Ich habe nicht vor, über Hintergründe die Öffentlichkeit zu informieren”, betonte Gerber. Die Transaktionen seien reine Privatsache und gingen niemanden etwas an. Die Stadtwerde grundsätzlich Ankäufe von Gebäuden in der Marktstraße in Erwägung ziehen, sollte es entsprechende Angebote geben, da dies stets auch vor dem Hintergrund der zukünftigen Stadtentwicklung zu sehen sei.
An den Mietverhältnissen werde sich nichts ändern. Das CafÚ Mittelpunkt hatte unlängst geschlossen. Die Stadthabe aber bereits einen neuen Mieter. Auch darüber wolle er nichts sagen, sagte Gerber. Im ersten Stock des Hauses hat der Turnverein Markdorf seit fünf Jahren seine Geschäftsstelle. Daran werde sich auch künftig nichts ändern. Eine Wohnung im zweiten Stock ist privat vermietet. Markdorf, so Gerber, solle “froh sein, dass wir Leute wie Weberhaben”.
Kommentar der Lokalredaktion:
Zu diesem Thema meint Helmar Grupp, Leiter der SÜDKURIER-Lokalredaktion in Markdorf:
Eindeutig keine Privatsache
Alles rein privat? Oder eindeutig öffentlich? Klar ist: Ein bisschen privat und zugleich ein bisschen öffentlich geht nicht. Entweder, oder, heißt die Devise. Im Fall der Aufkäufe von Weber-Liegenschaften durch die Stadt fällt das Urteil nicht allzu schwer: Öffentlich. Der Kauf des Weber-Hauses in der Marktstraße und der Weber-Gewerbefläche in den Riedwiesen durch die Stadt Markdorf geht den Bürger durchaus etwas an - auch wenn das Bürgermeister Bernd Gerber anders sieht.
Warum? Grundsätzlich sind Immobilienverkäufe Privatsache. Sofern sie mit rein privatem Kapital bezahlt werden. Hier aber hat die Verwaltung auf Grundlage eines nicht öffentlichen Beschlusses des Gemeinderates Geld aus dem städtischen Haushalt entnommen, um die Liegenschaften von Weber aufzukaufen.
Das ist aus mindestens zweierlei Gründen von öffentlichem Interesse.
Erstens: Die Stadt setzt Geld ein, das wesentlich auch aus Steuern und Abgaben der Bürger besteht. Insofern hat grundsätzlich jeder Bürger ein Anrecht darauf, zu erfahren, was die Stadt mit “seinem” Geld unternimmt.
Natürlich ist das im Einzelfall nicht durchzusetzen. Dafür handelt die Stadt schlicht zu häufig mit Grundstücken und Liegenschaften, denn der Auf- und Verkauf von Grundstücken ist für die Stadtverwaltung Alltag. Der Aufwand, alle Käufe und Verkäufe offenzulegen, ließe sich jedenfalls kaum rechtfertigen.
In diesem Fall, und das ist der zweite Grund, sieht es aber anders aus. Der Unternehmer Albert Weber ist das, was man im Presserecht als eine so genannte Person der Zeitgeschichte bezeichnet, die in Markdorf zumindest im Licht der Öffentlichkeit steht. Weber beschäftigt in Markdorf mehr als 400 und weltweit mehr als 600 Menschen. Hier in der Region hat es direkte Auswirkungen auf mehrere hundert Familien, ob es dem Weber-Firmenverbund gut oder schlecht geht. All diese Menschen haben einen grundsätzlichen Bedarf an Information, auch was die Gründe für Immobilien-Transaktionen anbelangt. Trennt sich Weber nur ganz unspektakulär von Liegenschaften, die er nicht mehr benötigt? Oder befindet sich die Weber-Firmengruppe in akuten Nöten, so dass ihr Chef und Eigner nun sein Tafelsilber veräußern muss?
Sind Hintergründe und Informationen darüber tatsächlich nur rein privater Natur? Nein: Gerber und Weber müssen nicht informieren, aber es wäre durchaus angemessen, wenn sie es täten.
Die Stadt Markdorf möchte das Gewerbegebiet Riedwiesen erweitern, dafür muss eine Erweiterungsfläche - die den Betreibern des Campingplatzes Wirthshof fest zugesagt war - weichen. Das Gewerbegebiet würde sehr nah an den Platz heranrücken, der Abstand beträgt in der größten Ausdehnung nur noch 90 Meter. Die Betreiber des Campingplatzes haben ihre Bereitschaft signalisiert. Sie sollen als Ausgleich eine andere Fläche erhalten, auf der sie ihren Platz erweitern können. Dieser würde östlich der Muldenbachstraße liegen, auf dem untenstehenden Bild ist es der unbebaute Bereich links entlang der Straße.

Die Familien Wirth als Eigentümer des Campingplatzes wären mit dieser Lösung einverstanden, fordern aber, dass dann die Muldenbachstraße geschlossen wird. Ihre Begründung ist, dass dann die Straße den Platz noch heftiger durchtrennen würde. “Wir haben bereits jetzt mit Familien, die mit ihren Kindern die Straße überqueren müssen, die größten Probleme”, meinte Maria Wirth im SÜDKURIER-Interview. Der Gemeinde- sowie der Ortschaftsrat Riedheim haben bereits über die Straßenschließung diskutiert, eine endgültige Position der Gremien deutet sich noch nicht ab.
Matthias Schopf hat im SÜDKURIER bereits in zwei Kommentaren Stellung bezogen. Er findet, dass eine Schließung der Muldenbachstraße - auch wenn sie eine historische Straße ist - vertretbar ist, da eine Umleitungsmöglichkeit über die nicht weit entfernte Gaußstraße problemlos machbar ist. Ein Umweg von einem guten Kilometer wären nicht dramatisch, wenn dafür der Erhalt eines - deutschlandweit beachteten - Campingplatzes gesichert wird und die Stadt eine weitere Gewerbefläche für den Ausbau der Arbeitsplätze erhält.
Wie ist ihre Meinung? Kann die Straße geschlossen werden? Oder muss sie unbedingt erhalten werden, da sie zu wichtig für Bergheim und Riedheim ist? Durch einen Klick unten links auf “Kommentar” können Sie ihre Sicht der Dinge schildern.
Seit der Öffnung des Kreisels am Ortsausgang Markdorfs in Richtung Kluftern melden sich immer wieder SÜDKURIER-Leser per E-Mail oder am Telefon in der Redaktion. Die Aussage ist stets die selbe: Der “Turbo-Kreisel” sei eine Fehlkonstruktion und mit seinen Doppel-Spuren eine Zumutung für jeden Autofahrer. Kein Wunder, so heißt es, dass es seit seiner Inbetriebnahme Anfang Juni immer wieder zu Unfällen komme.
Die Wirklichkeit sieht anders aus: Geht es nach der Statistik der Polizeidirektion in Friedrichshafen, kann man diese Einschätzungen offenbar ins Reich der Fabel verbannen. Drei Unfälle seien polizeilich aufgenommen worden, darunter seien zwei Vorfahrtsverletzungen gewesen, wie sie auch an herkömmlichen einspurigen Kreiseln vorkommen, sagt Polizeisprecher Wolfgang Hoffmann auf Anfrage unserer Zeitung. Zwar gebe es noch eine “Dunkelziffer” von Bagatellunfällen, bei denen die Polizei nicht hinzugezogen wurde, doch selbst wenn man diese in Betracht zieht, könne man nicht von einer überdurchschnittlich hohen Unfallrate sprechen. Im Gegenteil: “Wir können nicht bestätigen, dass der “Turbo-Kreisel” besonders unfallträchtig wäre”, sagt Hoffmann. Lediglich ein Unfall bei einem Fahrstreifenwechsel sei auf die Besonderheiten des zweispurigen Kreisverkehrs zurückzuführen.
Dem widerspricht unser Leser W. Gremm vehement, der nach eigener Aussage genügend mehrspurige Kreisel auf der Welt kenne, die aber allesamt klüger konzipiert seien. Beim “Turbo-Kreisel” brauche man hingegen “selbst als Ortskundiger Kenntnisse in psychologischer Kriegsführung” um unfallfrei durchzukommen. Er selbst sei einem VW-Bus aufgefahren, weil er sich zu sehr auf den Verkehr neben ihm habe konzentrieren müssen. Zudem, so behauptet Gremm, vergehe “kein Tag, an dem man nicht neue Glasscherben im Kreisel entdeckt”.
Redakteur Helmar Grupp meint dazu in seinem Kommentar “Alles flutscht”: ”So ist das mit dem lieben Gefühl: Der gefühlte durchwachsene Sommer war überdurchschnittlich heiß, und der gefühlte “Unfall-Turbo-Kreisel” ist in Wirklichkeit genauso harmlos wie seine einspurigen Kollegen. Weil ein Kommentar eine Meinungsäußerung ist, darf der Autor darin schreiben, was er meint - was er hiermit tut. Gottseidank gibt es den “Turbo-Kreisel” und gottseidank ist er doppelspurig! Wer einmal den Dreh raushat, und das ist wirklich kein Hexenwerk, freut sich, wie der Verkehr flutscht. Jeder Fahrer hat seine eigene Spur, je nachdem, in welche Richtung er will. Natürlich sollte man konzentriert und wach sein, wenn man einfährt, aber das versteht sich ja eigentlich von selbst, wenn man am Steuer sitzt, oder?”
Was ist Ihre Meinung zum sogenannten “Turbo-Kreisel” in Markdorf? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Bitte teilen Sie uns Ihre Sicht mit - ein Klick unten links auf “Kommentar” und schon sind Sie ein Teil der Diskussion!

Das Fußball-Fieber hat Europa ergriffen. Die Europameisterschaft sorgt für Stimmung. In der Markdorfer Stadthalle feierten bei allen Spielen der Nationalmannschaft hunderte Fans die Leistungen der heimischen Kicker. Eine Meisterschaft ist ein Ereignis der Massen - bietet aber auch ganz persönliche Erlebnisse. Daher wollen wir wissen: Wie haben die Markdorfer die EM erlebt? Schreiben Sie uns! Wo haben Sie die Spiele am Liebsten gesehen? Gab es vielleicht ein besonderes Ereignis oder Erlebnis rund um die EM von dem Sie uns erzählen möchten? Hatten Sie vielleicht mal die Chance im Ausland ein Spiel zu sehen? Oder haben Sie gar im Stadion ein Duell live miterlebt?
Es gibt sicher zahlreiche lustige, kuriose aber auch ernste und nachdenklich-stimmende Erlebnisse und Beobachtungen der Markdorfer. Schreiben Sie uns! Die Teilnahme ist denkbar einfach: Klicken Sie unten auf den Button “Kommentar” und schon können Sie den Usern von suedblog und den Lesern des SÜDKURIER Ihre ganz persönlichen EM-Eindrücke schildern.
Der Gemeinderat Bermatingen hat in seiner Sitzung vom 27. Mai dem Bürgerbegehren statt gegeben: Am 27. Juli wird ein Bürgerentscheid zur Zukunft des Hallenbades durchgeführt. Zwar schweren Herzens aber einstimmig hatte das Gremium wenige Wochen zuvor einstimmig für die Schließung der kommunalen Einrichtung gestimmt. Die Investitionskosten von mehr als zwei Millionen Euro drohen den finanziellen Spielraum der Gemeinde auf Jahre zu beschneiden, würde die Gemeinde das Hallenbad sanieren hätte sie im Jahr 2009 den höchsten Schuldenstand ihrer Geschichte. Der Bürgermeister warnt davor, dass viele andere Projekte dann nicht mehr realisiert werden könnten.
Auf der anderen Seite wollen sich viele Bermatinger von ihrer lieb gewonnen Einrichtung nicht trennen. Gerade die Ortsgruppe der DLRG kämpft für den Erhalt des Bades. Für den Schulunterricht wurde bereits nach einer anderen Lösung gesucht: Schüler aus Markdorf könnten künftig in Wittenhofen Schwimmunterricht erhalten.
Der Entschluss des Gemeinderates, das Hallenbad zu schließen, wurde von einem Teil der Bürgerschaft stark kritisiert. Gerüchte kamen in Umlauf, wonach die Gemeinde das Grundstück verkaufen wolle oder die Kosten absichtlich hoch gerechnet wurden. Die DLRG sammelte Stimmen für einen Bürgerentscheid - und hatte damit nun Erfolg. Nun dürfen die Bürger abstimmen, ob sie das Hallenbad erhalten wollen. Nachdem sich der Gemeinderat damit schon schwer getan hat, muss nun jeder Bürger der Gemeinde für sich abwägen, ob der Erhalt der Einrichtung die finanziellen Risiken und Belastungen Wert ist.
Was denken Sie über den Erhalt des Hallenbades? Muss die Gemeinde die Kosten von mehr als zwei Millionen Euro schultern? Oder ist die Belastung zu groß? Diskutieren Sie mit, Ihre Meinung ist uns wichtig. Mit einem Klick auf “Kommentar” unten links nehmen Sie am Dialog teil.
Ein neues Baugebiet für rund 500 Menschen soll im Süden der Stadt Markdorf entstehen. Auf mehr als 60 000 Quadratmetern sind 188 Wohneinheiten in unterschiedlich großen Häusern vorgesehen. Das in zwölf einzelne Quartiere unterteilte Wohnareal um eine zentrale Grünfläche wird verkehrlich erschlossen über Heggelin-, Hans Wagenitz- und die Sportplatzstraße. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzungen die Grobplanungen des Architekturbüros IGS mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Der bezeichnete die Lage zwischen bestehender Bebauung, Sportplatz und freier Natur im Süden als „geradezu ideal“. Doch gerade die Nähe zu einem beliebten Naherholungsgebiet für Spaziergänger, Jogger, Inline-Skater und Radfahrer bedingt möglicherweise Probleme. Die Stadt Markdorf möchte baldmöglichst die Öffentlichkeit und Markdorfer Architekten miteinbeziehen und bei zwei Veranstaltungen informieren.
Wie denken Sie darüber? Ist Wohnbau-Wachstum an dieser Stelle der Stadt wirklich wünschenswert? Teilen Sie uns Ihren Standpunkt mit, nehmen Sie an der Diskussion teil. Geht ganz einfach: Klicken Sie den Button „Kommentar“.
Die Zukunft des Bermatinger Hallenbades scheint besiegelt: Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich - bei einer Enthaltung - für die Schließung der kommunalen Einrichtung im Sommer. Zuvor hatte der Gemeinderat in einer mehrstündigen Sitzung über die Zukunft diskutiert. Vertreter aller Fraktionen sprachen von einer schwierigen Entscheidung, die nicht leicht falle. “Ich kann mein Herz nicht sprechen lassen, ich muss gegen das Hallenbad stimmen. Wir müssen in die Zukunft schauen”, äußerte sich beispielsweise Rudolf Mader (FW).
Die Kosten für die Sanierung des Bades waren immer höher ausgefallen, zuletzt ging die Gemeinde von mehr als drei Millionen Euro aus - mehr als sie schultern kann. “Wir haben uns diese Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht”, bekräftige Elisabeth Gutemann (SPD). Hätte sich die Gemeinde für eine Sanierung entschieden, wäre die Verschuldung im nächsten Jahr auf den höchsten Stand der Geschichte - fast drei Millionen Euro - angewachsen. Für die nächsten Jahre wäre der finanzielle Spielraum der Gemeinde stark beschränkt gewesen, Geld für andere Projekte würde fehlen. Bürgermeister Martin Rupp nannte in der Sitzung beispiele wie eine Vergrößerung und Verlegung des Kindergartens, das Einrichten von altenbetreuten Wohnen oder eine Verschönerung der Ortsdurchfahrt nach Realisierung der Ortsumfahrung als mögliche Projekte, die nicht angegangen werden könnten wenn sich die Gemeindefinanzen auf die Hallenbadsanierung konzentrieren würden.
Bei einer Enthaltung (Herbert Grau, SPD) stimmte der Gemeinderat geschlossen für eine Schließung des Bermatinger Hallenbades.
Zu diesem Thema veröffentlichte der SÜDKURIER am Mittwoch, 2. April, einen Kommentar von Lokalredakteur Helmar Grupp:
“Ende der Blockade
Bei dem Beschluss in der gestrigen Sondersitzung konnten die Beteiligten wie auch die Gemeinde nur verlieren. Letzten Endes ging es um die Abwägung, welches das kleinere Übel ist: Eine auf Jahre hinaus finanziell handlungsunfähige Gemeinde mit einem Hallenbad oder eine Gemeinde mit finanziellem Spielraum, aber ohne Bad. Die Räte haben – sichtlich schweren Herzens – rechtzeitig die Reißleine gezogen. Streicht man den emotionalen Faktor, bleiben objektive Fakten übrig. Ein Bad ist eine freiwillige Leistung, doch eine Gemeinde hat darüber hinaus auch eine Reihe von Pflichtaufgaben, die sie gewährleisten muss. Darf man es als Rat verantworten, ein lieb gewonnenes freiwilliges Angebot zu sichern und dafür die Pflichtaufgaben zu gefährden? Nein.
Bei rechtem Licht betrachtet war den Räten die Entscheidung ohnehin längst schon abgenommen worden: Die prekäre Lage mit einer Deckungslücke von 650 000 Euro ließ ein anderes Votum gar nicht zu. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden von der Verwaltung um Bürgermeister Martin Rupp alle Optionen ausgelotet, alle Alternativen geprüft und alle nur erdenklichen Gelder von außen rekrutiert. Mehr war, zumindest in diesem Zeitraum, nicht möglich. Allein, es hat nicht gereicht. Dieser unumstößlichen Erkenntnis hat das Gremium gestern Abend seinen Tribut gezollt. Dafür gebührt den Räten Respekt. Der Verstand hat über das Herz gesiegt. Nun geht es darum, die Konsequenzen mit neuem Mut anzugehen: Die DLRG muss sich nach neuen Trainingsstätten umsehen, die Schüler müssen anderweitig versorgt werden. Die zähe Blockade ist überwunden, es muss in die Zukunft geschaut werden.”
Wie ist Ihre Meinung zum bevorstehenden Hallenbad-Ende? War es die richtige Entscheidung der Räte, dass die finanzielle Belastung zu groß gewesen wäre? Oder hätte man die Einrichtung retten müssen, trotz aller Konsequenzen?
Diskutieren Sie mit! Klicken Sie einfach unten auf den Link “Kommentar” und schon sind Sie teil des Gesprächs!
Die Zukunft des Bermatinger Hallenbades ist weiterhin ungewiss. Am Donnerstag, 14. Februar, wird die Gemeindeverwaltung in einer Bürgerversammlung die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand informieren und darüber diskutieren, ob das Bad erhalten bleibt oder für immer schließen muss. Derzeit geht die Verwaltung von Kosten in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro aus - ein Großteil davon würde an der Gemeinde hängen bleiben. Würde sich die Gemeinde für die Erhaltung des Hallenbades entscheiden, würde dies den finanziellen Spielraum für Jahre erheblich einschränken.
Die Meinungen gehen weit auseinander. Für die einen ist das Bad zu teuer, die anderen sehen eine wichtige Einrichtung für Schulsport und Familien gefährdet. Es dürfte spannend werden, wie sich die Gemeinde bezüglich des Hallenbades entscheidet.
Zu diesem Thema erschien am 11. Februar im SÜDKURIER ein Kommentar von Matthias Schopf:
“Alleine baden?
Das Bermatinger Hallenbad hat seinen festen Platz in der Gemeinde, das wurde auch beim kommunalpolitischen Abend der CDU deutlich. Die Bermatinger stehen - noch - hinter ihrem Bad, fürchten einen Verlust für Sport, Erziehung und die Familien, wenn die Einrichtung nicht gehalten werden könnte. Aber es wurde auch deutlich, dass die Bevölkerung sich alleine gelassen fühlt von den Gemeinden der Region. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Bermatinger Bad kein reines Spaßbad ist, sondern einen wichtigen Zweck für Schulschwimmen und Vereinssport - man denke nur an die erfolgreiche DLRG-Ortsgruppe - der gesamten Umgebung erfüllt. Andere Kommunen haben keine Bäder, nutzen gerne die Bermatinger Einrichtung. Nun sollte wirklich überlegt werden, ob sich diese profitierenden Gemeinden nicht am Erhalt beteiligen möchten - über die Nutzungsentgelte für Schüler hinaus. Denn alleine wird das Bad baden gehen - und viele Schüler im Unterricht gar nicht mehr.”
Das Thema Verkehrsneuplanung ist im Bodenseekreis bei Weitem nichts Neues. Es ist bereits mehr als 20 Jahre her, als der Kampf um die Bodenseeautobahn ausgefochten wurde, bis diese endgültig vom Tisch war. Nicht viel später begannen erste Planungen und die darauf folgenden Proteste für Verkehrsentlastungen um Friedrichshafen und Markdorf sowie um die Gemeinden Kluftern, Immenstaad, Bermatingen und Salem zu entlasten. Nach jahrelangem Streit, Diskussionen, Protesten und Demonstrationen ist nun aber Bewegung in die Materie gekommen. Die Stadtverwaltung Markdorf rechnet für 2009 mit dem Planfeststellungsbeschluss für die Südumfahrung Markdorf, am Dienstag hat die Landesregierung die veranschlagten neun Millionen Euro für die Umgehung von Bermatingen bewilligt. Die Gemeinde Bermatingen will sich nun voll auf die Planung konzentrieren und ebenfalls in ein Planfeststellungsverfahren einsteigen. In allen betroffenen Gemeinden hatte es Demonstrationen sowohl für wie auch gegen die neuen Straßen gebeten. Bei Bürgerentscheiden stimmten allerdings sowohl in Markdorf wie auch in Bermatingen mehr Bürger für die Entlastungsstraßen.
Wer heute zu Zeiten des Berufsverkehrs durch die Markdorfer Innenstadt fährt oder auf der Landstraße durch Bermatingen nach Salem unterwegs ist, sieht schnell, dass eine Entlastung dringend notwendig ist. Lange Staus und starker Verkehr mit Lärm- und Geruchsbelästigung für Anwohner und Fußgänger gehören noch zum Dauerzustand, der dringend abgeschafft gehört. Die Bereitstellung von Mitteln für den Bau einer Ortsumfahrung von Bermatingen macht nun wohl eine zeitgleiche Realisierung der Bermatinger Entlastungsstraße zusammen mit der Südumfahrung Markdorf möglich. Ein Gewinn, denn nur gemeinsam können die beiden Straßen für eine wirkliche Entlastung in beiden Gemeinden sorgen. Zusammen mit der Umfahrung von Neufrach können sich so viele Anwohner über ruhigere Nächte und eine bessere Lebensqualität freuen.
Zum selben Thema veröffentlichte der SÜDKURIER am Donnerstag, 24. Januar, einen Kommentar seiner Mitarbeiterin Christiane Keutner:
Diese Karte wurde uns von Bob Jürgensmeyer von der Vereinigung der Verkehrsinitiativen der Bodenseeregion (VVB) zur Verfügung gestellt:

Seit Wochen beherrscht ein Thema die überregionalen Medien: Nach Übergriffen von Jugendlichen auf Rentner in der Münchner U-Bahn und in Nürnberg wird quer durch die Republik über Jugendgewalt, ihre Ursachen und der Umgang mit diesem Problem diskutiert. Seit Sonntag ist es auch Thema in Markdorf: Nachdem es bei einem Fußballturnier am Bildungszentrum zu einem Konflikt kam, wurde die Halle von einem Trupp aus rund 50 Jugendlichen überfallen, Zuschauer und Spieler wurden attackiert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, allerdings konnten nur noch vier der Angreifer angetroffen werden. Die Ermittlungen laufen, erweisen sich aber wegen der großen Anzahl von Zeugen und der daraus resultierenden Anzahl von unterschiedlichen Versionen als äußert zeit- und personalintensiv für die Polizei. Nun wird auch in Markdorf darüber gesprochen, wie man der Jugendgewalt begegnet. Wie kann man präventiv eingreifen? Welche Ursachen gibt es für die Gewaltbereitschaft? Ist dies auch bei uns ein Problem, oder handelt es sich um einen einmaligen Vorgang?
Zu diesem Thema erschien im SÜDKURIER am 22. Januar ein Kommentar von Helmar Grupp, Lokalchef der Lokalredaktion Markdorf:
“Polizei ist machtlos
Bislang las man über solche Angriffe nur aus Großstädten - spätestens seit Sonntag ist aber auch Markdorf keine Insel der Seligen mehr. Drei unangenehme Erkenntnisse folgen aus dem Überfall der Jugendlichen auf die Sporthalle: Erstens ist es ein Dilemma, dass der Markdorfer Polizeiposten am Wochenende nicht besetzt ist. Wären Beamten vom Marktplatz her angerückt, wären sie vielleicht noch rechtzeitig gekommen, um die Täter zu fassen. Zweitens kann auch das beschauliche Markdorf unversehens ins Kreuzfeuer rivalisierender Banden von außerhalb geraten. Die Polizei, und das ist die dritte Erkenntnis, ist in solchen Fällen meist machtlos: Per Handy rufen sich die Schläger in wenigen Minuten zusammen - und ebenso schnell sind sie wieder über alle Berge. Auch in der Region, dafür muss man kein Prophet sein, dürfte sich das Problem der Jugendgewalt in Zukunft eher noch verschärfen.”
Wie ist ihre Meinung dazu? Wie sollte die Gesellschaft reagieren? Sind die Strafen ausreichend, oder sollte das Strafgesetzbuch für jugendliche Straftäter verschärft werden? Diskutieren Sie mit!